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Friedrich Dürrenmatt

Gliederung

1. Einleitung
2. Biografie
2.1 Kindheit
2.2 Studium
2.3 Sein Literarisches Schaffen
2.4 Tod
3. Seine Werke und ihre Bedeutung
4. Dürrenmatts Dramentheorie
5. Auszeichnungen
6. Centre Dürrenmatt
7. Quellen

1. Einleitung

  • „Die Sucht nach Perfektion zerstört das Meiste. Was bleibt sind Splitter an denen sinnlos gefeilt wurde.“ – Zitat stammt von Dürrenmatt selbst und beschreibt seine Einstellung gegenüber litarischen Werken
  • F.D. war ein Künstler der sich als «Zu-Ende-Denker» sah, obwohl für ihn alles Schreiben
    provisorisch war hasste Stücke, an denen er nichts mehr zu verbessern fand, wie „Der Besuch der alten Dame“ oder „Die Physiker“
  • wie kaum ein anderer Schriftsteller tat er sich schwer seine Stücke aus der Hand zu geben -
    zahlreiche Texte schrieb er immer wieder um, räumte Missverständnisse aus und baute andere
    ein


2. Biografie

2.1 Kindheit

  • * 5.Januar 1921 in Konolfingen - Kanton Bern
  • Sohn des protestantischen Pfarrers Reinhold Dürrenmatt und seiner Ehefrau Hulda, geborene
    Zimmermann
  • seine Schwester Vroni kommt 3 Jahre später zur Welt
  • 1928-1933 Besuch der Primarschule in Stalden
  • ab 1933-1935 Sekundarschule in Grosshöchstetten
  • 1935 - Familie zieht nach Bern -> vermutlich wirtschaftliche Gründe die Ursache
  • in Bern ging er für 2 Jahre auf das freie Gymnasium und danach auf das Privatgymnasium Humboldtianum
  • insgesamt war Dürrenmatt kein besonders guter Schüler und bezeichnete seine Schulzeit als die übelste seines Lebens
  • dennoch schafft er 1941 sein Abitur


2.2 Studium

  • bereits in seiner Kindheit begann Dürrenmatt zu malen und zu zeichnen - diese Neigung sollte
    ihn sein ganzes Leben lang begleiten - denn er illustrierte später selbst einige seiner Werke und entwarf zum Teil ganze Bühnenbilder
  • trotz seiner Leidenschaft beim Malen entschied er sich nach seinem Abitur für ein Studium für
    Philosophie, Germanistik und Naturwissenschaften in Zürich
  • doch bereits nach einem Semester wechselte er nach Bern, wo er bei seinen Eltern in einer
    kleinen Mansarde (Wohnung im Dachgeschoss) wohnte und die Wände mit großen Malereien
    verzierte, welche später übertüncht und erst Anfang der 90iger Jahre wiederentdeckt, freigelegt
    und restauriert wurden (Bilder rumgeben)
  • 1945 beendete sein Studium - seine Doktorarbeit zu Sören Kierkegaard schloss er nicht ab


2.3 Sein Literarisches Schaffen

  • bereits in seinem ersten Studienjahr entstand sein Erstling, die Weltuntergangskomödie "Der
    Knopf"
  • sein erstes Drama "Es steht geschrieben" erschien 1945/46 und wurde 1947 in Zürich
    uraufgeführt
  • 1946 heiratet Schauspielerin Lotti Geissler und beide ziehen nach Ligerz am Bielersee (Jurasee
    in der Schweiz)
  • während seine Frau am Basler Stadttheater engagiert war, arbeitete Dürrenmatt bis 1952 als
    freier Schriftsteller
  • diese Zeit war für Dürrenmatt und seine Familie, welche aus seiner Frau, Peter seinem Sohn
    (geb. 1947), Barbara seiner ersten Tochter (geb. 1949) und seiner zweiten Tochter Ruth (geb.
    1951) bestand, finanziell sehr schwierig, Ursachen dafür waren seine Zuckerkrankheit und einige Misserfolge
  • um seine Situation zu bessern, arbeitete er als Auftragsarbeiter, schrieb Hörspiele und
    Kriminalromane, wie zum Beispiel "Der Richter und sein Henker" - welcher aus 8 Folgen
    bestand und ein großer Erfolg wurde, genauso wie sein zweiter Kriminalroman "Der Verdacht"
    von 1952
  • seinen ersten großer Erfolg auf der Bühne erzielte er mit "Die Ehe des Herrn Mississippi"
    (1952)
  • 1952 nach dem sich seine finanzielle Situation gebessert hatte, zog er mit seiner Familie nach
    Neuenburg, seinem ab dahin dauerhaften Wohnsitz
  • international wird er durch seine Werke "Der Besuch der alten Dame" (1956) und "Die
    Physiker" (1961) bekannt –Uraufführung der Physiker - 21. Februar 1962 in Zürich
  • 1958 – ist zu einer Kur in Vulpera
  • 1959 unternimmt er eine Reise nach New York
  • in den 60iger Jahren hat er seinen Höhepunkt des Erfolges
  • 1967 reist er zum Schriftstellerkongress nach Moskau
  • 1968/69 arbeitet er als Theaterdirektor am Basler Theater und wechselt nach einem Herzinfarkt
    im Oktober 1969 nach Zürich und arbeitete dort in der Neuen Schauspiel AG - kurz darauf geht
    er nach Düsseldorf, um dort seiner praktischen Theaterarbeit nachzugehen und die Werke
    "Porträt eine Planeten" und "Titas Andronicus" uraufzuführen
  • 1974 Reise nach Israel und muss danach wegen seiner Zuckerkrankheit ins Krankenhaus
  • 1975 Vortrag gegen die antiisraelische Resolution der UNO im November
  • 1978 inszenierte er eine Wiederaufführung des Werkes "Der Meteor" (1964/65)
  • in den 70iger Jahren schrieb er als gesellschaftskritischer Autor Essays, Vorträge und Festreden
    über die internationale Politik (z.B. "Amerika" - 1970 und "Ich stelle mich hinter Israel" – 1973)
  • Dürrenmatt verursachte viele Skandale - 1980 bezeichnete er in einem Interview Carl
    Zuckmayers Werk für "Scheiße", Günter Grass "für zu wenig intelligent, um so dicke Bücher zu
    schreiben", Max Frisch für einen "Autor der Fehlleistungen" und 1985 Adolf Muschg "für
    besonders langweilig"
  • jedoch betrafen die Skandale nie seine Person, sondern immer seine Werke - dies ermöglichte
    es ihm seine Werke wieder in Erinnerung zu rufen, da in seinen letzten Lebensjahren der Erfolg
    seiner Werke ausblieb
  • 1981 Dürrenmatts 60. Geburtstag - wird Ehrendoktor an der Universität Neuchâtel
  • 16. Januar 1983 stirbt seine Frau Lotti und er heiratet am 8.Mai 1985 die Schauspielerin,
    Filmemacherin und Journalistin Charlotte Kerr
  • 1985 + 1986 unternimmt Reisen nach Ägypten und Sizilien
  • 14.-16. Februar 1987 - Reise nach Moskau zum Friedensforum "für eine atomwaffenfreie Welt
    und das Überleben der Menschheit."
  • 17. Juni 1989 – vermacht seinen gesamten Nachlass der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
    wenn diese das Schweizerische Literaturarchiv gründen
    2.4 Tod
    - † 14. Dezember 1990 in Neuenburg/Neuchâtel an den Folgen eines Herzinfarktes im Alter von
    69 Jahren
    - der Leichnam Dürrenmatts wurde nach seinem Tod verbrannt und liegt vermutlich im Garten
    des Anwesens der Dürrenmatts in Neuenburg/Neuchâtel
  • Dürrenmatts Werke sind heute genauso beliebt wie damals – auch 27 Jahre nach seinem Tod
  • es werden immer noch gerne Theaterstücke Dürrenmatts an allen internationalen Theatern
    gespielt, allerdings mit einer anderen Bedeutung für den Zuschauer als damals


3. Werke (Liste seiner Werke rumgeben)

  • Der Knopf – 1941 – Weltuntergangskomödie
  • Weihnacht – 1942 – Erzählung
  • Der Folterknecht – 1943 – Erzählung
  • Die Wurst – 1943 – Erzählung
  • Der Sohn – 1943 – Erzählung
  • Untergang und ein neues Leben – 1943 – Komödie
  • Der Alte – 1945 – Erzählung
  • Die Falle – 1947 – Erzählung
  • Pilatus – 1947 – Erzählung
  • Der Blinde – 1947 – Drama
  • Es steht geschrieben – 1947 – Drama
  • Romulus der Große – 1949 – Komödie
  • Der Richter und sein Henker – 1950 – Kriminalroman
  • Der Hund – 1950 – Erzählung
  • Der Prozeß um des Esels Schatten – 1951 – Hörspiel
  • Nächtliches Gespräch mit einem verachteten Menschen – 1952 – Hörspiel
  • Die Ehe des Herrn Mississippi – 1952 – Komödie
  • Der Tunnel – 1952 – Erzählung
  • Der Verdacht – 1953 - Kriminalroman
  • Ein Engel kommt nach Babylon – 1954 – Komödie
  • Die Panne – 1956 – Hörspiel
  • Der Besuch der alten Dame – 1956 – Tragikkomödie
  • Das Versprechen – 1958 – Kriminalroman
  • Die Physiker – 1961 – Komödie
  • Der Meteor – 1966 – Komödie
  • Sätze aus Amerika – 1970 – Essay
  • Der Mitmacher – 1976 – Komödie
  • Zusammenhänge – 1976 – Israel-Essay
  • Albert Einstein – 1979 – Vortrag
  • Achterloo – 1983 – Komödie
  • Justiz – 1985 – Roman
  • Durcheinandertal – 1989 – Roman
  • viele verschiedene literarische Werke verfasst – Texte für Zeitungen, Hörspiele, Theaterstücke,
    Romane, aber auch politische Texte und Erzählungen


Bedeutung seiner Werke:

  • seine Stücke beschäftigen sich mit den Fragen des Glaubens und der Moral – jedoch werden
    diese oft mit der Entwurzelung und der depressiven Aussichtslosigkeit der Menschen im 20.
    Jahrhundert, das durch Wissenschaft, Technologie und Massengesellschaften geprägt ist,
    verbunden
  • Dürrenmatt möchte dem Zuschauer Zusammenhänge und Fakten verdeutlichen – jedoch kein
    Drängen in eine eindeutige politische oder ideologische Richtung
  • Dürrenmatt ist ein gesellschaftskritischer Schriftsteller, der an der antibürgerlichen Kritik der
    sechziger Jahre teilhat und sich ‘literarisch aktiv’ an der Politik seiner Zeit beteiligt
  • kritisiert außerdem das schweizerische Sozialsystem, das Militär und das helvetische
    Moraldenken – bezeichnet sogar in seiner letzten öffentlichen Rede die Schweiz als Gefängnis
  • dennoch gehört Dürrenmatt zu den bedeutenden Dramatikern der fünfziger und sechziger
    Jahre, die sich um das große Drama und um seine gesamtgesellschaftliche oder gar
    menschheitliche Relevanz bemühen


4. Dürrenmatts Dramentheorie

- vergleicht man Dürrenmatt und Brechts Dramen, so werden schnell deutliche Unterschiede klar
- Brecht: Ziel des Theaters – Gesellschaft verändern
- will, dass Zuschauer in eine bestimmte Richtung denkt - seine Lehrstücke besitzen didaktischen
Charakter –
- prägt in seinen Werken den Marxismus
- Individuum soll sich der Gruppe unterordnen
- Dürrenmatt bedient sich zwar der epischen Mittel Brechts, verwehrt sich aber gegen eine
eindeutig belehrende Dramaturgie im Brechtschen Sinne
- vom Marxismus distanzierte er sich spätestens nach seiner Russlandreise 1964 eindeutig
- d.h. im Gegensatz zu Brecht präsentierte Dürrenmatt keine Weltanschauung
- ähnlich wie bei Brecht, wollte Dürrenmatt beim Zuschauer Distanz zum Geschehen auf der
Bühne erzeugen – dazu studierte er das epische Theater Brechts
- Zuschauer soll nicht die Rolle eines passiven Konsumenten inne haben - soll zum
eigenständigen Nachdenken angeregt werden
- um das zu erreichen verwendete Dürrenmatt das Stilmittel der Verfremdung, d.h. allgemein
Anerkanntes wird hinterfragt
- Widersprüchlichkeit gesellschaftlicher Strukturen werden bloßgelegt und das Publikum
dadurch zum eigenständigen Denken angeregt und erzogen
- charakteristisch sind ebenfalls tragisch-groteske Elemente - Verbindungen zwischen scheinbar
Unvereinbarem
- Dürrenmatt schuf somit einen eigenen Typus der Tragikomödie - Mischform aus Tragödie und
Komödie - seiner Meinung nach „die einzig mögliche dramatische Form, heute das Tragische
auszusagen"

5. Auszeichnungen

- 1954 Stadt Bern verleiht Literaturpreis für Ein Engel kommt nach Babylon an Dürrenmatt
- 1948 - Preis der Welti-Stiftung für das Drama "Es steht geschrieben"
- den Schillerpreis der Stadt Mannheim (1959)
- der Große Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1960)
- 1969 erhielt er an der Temple University in Philadelphia die Ehrendoktorwürde und sowie die
Ehrenpromotion in Jerusalem und Nizza
- die Buber-Rosenzweig-Medaille der Stadt Frankfurt (1977)
- 1986 für Roman Justiz verleiht man ihm den Premio Letterario Internationale Mondello - reist
selber nach Sizilien, um Preis persönlich entgegen zunehmen
- sowie der Georg-Büchner-Preis (1986)
- erhält Internationalen Preis für Humor und Satire in der Literatur
- der österreichische Staatspreis für Europäische Literatur
- 1989 verlieh man ihm in Bonn den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik
- den Prix Alexei Tolstoi der Association internationale des Ecrivains de Roman Policiers
- 1990 die Otto-Hahn-Friedensmedaille durch die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten
Nationen in Berlin

6. Centre Dürrenmatt Bild rumgeben

- Friedrich Dürrenmatt bezog im Jahr 1952 sein Haus oberhalb der Stadt, wo er bis zu seinem
Tod lebte und arbeitete
- in einigen seiner Werke - dieses Leben in der West-Schweiz knapp an der
deutsch-französischen Sprachgrenze thematisiert – ab 1952 im französischsprachigen Teil lebte,
aber seine Werke in seiner Muttersprache Deutsch verfasste
- nach seinem Ableben wurde sein vormaliges Haus baulich adaptiert und erweitert, sodass darin
ein Museum eingerichtet werden konnte, das im September 2000 offiziell eröffnet wurde
- „Centre Dürenmatt“ – widmet sich auf mehreren Etagen seinem literarischen, malerischen
sowie auch seinem sonstigen künstlerischen Schaffen
- bietet neben zahlreichen interessanten Exponaten (u. a. handschriftliche Skizzen zu seinen
Stücken sowie viele seiner Bilder) und regelmäßigen Veranstaltungen auch einen
atemberaubenden Blick über den Neuenburger See
- für Freunde des Schweizer Schriftstellers und Dramatikers ist das Centre Dürrenmatt äußerst sehenswert

7. Quellen

http://www.duerrenmatt.de/
http://www.wikipedia.de/
http://www.schuelerlexikon.de/
http://www.duerrenmatt.net/
http://www.duerrenmatt-klassenarbeit.de/
http://www.klassenarbeiten.de/
http://www.alex-hartmann.net/duerrenmatt
http://www.weltwoche.ch/
http://www.palpalo.de/
DUDEN - Basiswissen Schule Literatur - Paetec Verlag – 2002
Brockhaus in 3 Bänden – 2004 – Brockhaus GmbH Leipzig

BrechtDürrenmatt
gesellschaftliche Veränderung
Zuschauer denkt in best. Richtung
Individuum soll sich unterordnenkeine Unterordnung
eindeutig belehrendverwehrt sich einer eindeutig belehrenden Dramaturgie
Marxismus als Weltanschauungwill keine Weltanschauung präsentieren
Distanz zum Geschehen
Zuschauer nicht in der Rolle des passiven Konsumenten – eigenständiges Nachdenken
Historisierung, VerfremdungVerfremdung, tragisch-groteske Elemente, Widersprüche gesellschaftlicher Strukturen aufgezeigt
episches TheaterMischung aus Tragödie und Komödie