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Mali

Neue Strategien in der Agrarwirtschaft


Das Ziel der Entwicklungspolitik war der Ausbau von Land- und Wasserwirtschaft um eine landwirtschaftliche Selbstversorgung zu erreichen.

Hierzu wurden Staudämme gebaut um den Wasserpegel in Regen- und Trockenzeit gleich zu halten. Außerdem dienen die Staudämme zur Energiegewinnung. Allerdings wurde dadurch der Fischfang und der Reisanbau bedroht.

Im Süden Malis wurde deswegen bei Sélingué, am Oberlauf des Tigers, ein 2,2 Kilometer langer Damm erbaut. Durch ihn entstand ein 60 km langer Stausee auf einer Fläche von 430 qkm mit einem Fassungsvermögen von ca. 2 Mrd. Kubikmeter. Dieser Großstaudamm kostete rund 4 Mrd. DM und wurde durch internationale Hilfsorganisationen finanziert (Deutschland: 400 Mio. DM). Durch den Bau dieses Staudamms konnten nun 10000 ha mehr Land bewässert werden. Auf über 20000 ha konnte die Ernte auf die doppelte Menge gesteigert werden. Allerdings gibt es durch den Stausee auch Nachteile, Krankheiten wie z.B. Malaria und Bilharziose (Wurmbefall des Magendarmtraktes).

Bis 2030 sollen entlang des Tigers, in Mali, dem Senegal, und in Mauretanien sechs Staudämme gebaut werden. Dadurch würde eine zusätzliche nutzbare Fläche von ca. 255000 ha entstehen.

Die neu gewonnene Energie soll zum Abbau der Erzvorkommen genutzt werden.

Eine Alternative zu den Großstaudämmen sind die Kleinstaudämme. Wie es sie z.B. im Dogonland (östlich von Mopti) gibt. Als Vorbild dient die Natur. Quer zu den Wasserläufen angeordnete Felsschwellen lassen kleine Rückhaltebecken entstehen, in denen das Wasser auch noch Monate nach der Regenzeit vorhanden ist. Dadurch entstand um diese Rückhaltebecken eine intensive Bewässerungswirtschaft.

Durch den Bau von Staudämmen wird wertvolles Kulturland überflutet. Dieses Problem wurde jedoch bald gelöst, als man vom Hirseanbau zum Reisanbau wechselte. Ein vierphasiges Nutzungsmodell hat sich als optimal erwiesen.

  1. (Mai – Juni) Vorbefeuchtung und Düngung: Das, zu Beginn der Regenzeit, schwebstoffbeladendes Wasser gelangt ungehindert auf die Felder, wo eine tiefgründige Durchfeuchtung und eine Ablagerung der Schwebstoffe stattfindet.
  2. (Juli – Oktober) Zusatzbewässerung: Die Becken werden aufgefüllt. Bei Bedarf wird bewässert.
  3. (November – Februar) Reine Bewässerung (Trockenzeit)
  4. (März – Mai) Regeneration der Felder. Diese liegen bis zur Regenzeit brach.


Kleinstaudämme im Dogonland

Das Hauptnahrungsmittel der Dogon ist Hirse (gestampft oder zerrieben) mit Soße aus Blättern. Sie bauen die Hirse in der Regenzeit an. Außerdem bauen sie Zwiebeln (zum verkaufen) an, da diese einfach zu transportieren sind. Das Geld aus dem Zwiebelverkauf reicht für einen eventuellen Hirsekauf in schlechten Zeiten. Die Frauen sammeln Obst, Blätter und Gewürze die für das tägliche Essen verwendet werden. Aus diesem Grunde brauchen die Dogon nur wenig Geld, da sie nur Salz und Trockenfisch kaufen. Sie essen kaum Fleisch, treiben keine Viehzucht und leben in Lehmhütten. Geräte und Werkzeuge, die zur Jagd oder zum alltäglichen Gebrauch benötigt werden, stellen sie selbst her. Die Männer flechteten, webten, töpferten und schmiedeten. Allerdings gibt es ein großes Problem: Sie haben nur genug Nahrungsmittel zur Verfügung, wenn genügend Wasser vorhanden ist.

Das heißt, in Dürrezeiten können Hungersnöte ausbrechen.

Verbesserung der Ernährungspolitik

Die Entwicklungshilfe-Geberländer entwickelten Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungspolitik, die 1983 durchgeführt wurden. Unter anderem wurde die OPAM (Office des produits agricoles de Mali) entmachtet. Das heißt, daß es nun keine Zwangsvermarktung zu staatlich festgesetzten Niedrigpreisen mehr gab. Der Preis wurde jetzt gemäß dem freien Spiel der Marktkräfte gebildet. Bei einem zu großem Angebot würde der Preis unter einen bestimmten Punkt sinken, was dadurch verhindert werden soll, daß die OPAM Überschüsse als Markt- und Sicherheitsreserven aufkaufen soll. Bei einem zu kleinen Angebot bei dem der Preis über einen bestimmten Punkt steigen würde, soll die OPAM die Marktreserve preisdämpfend auf den Markt werfen.

Diese Maßnahmen sollen zu einer größeren Produktionsanstrengung führen. Der Staat würde durch die Mehrproduktion mehr Steuern einnehmen. Außerdem soll das Preisniveau auf das der Nachbarländer angehoben werden. Man will damit die Auflösung des Schwarzmarktes erreichen.

Die Ergebnisse konnte man schon nach ca. 2 Jahren erkennen. 1985/86 und 1986/87 wurden Rekordernten eingefahren, was aber hauptsächlich an den „guten Regenjahren“ lag. Die Bauern nahmen Kredite auf, um neue Geräte anzuschaffen. Sie erhofften sich einen Einkommenszuwachs. 1986/87 wurden mehrere Hunderttausend Tonnen Überschuß erwirtschaftet, wovon allerdings nur 12000 t durch die OPAM abgenommen wurden. Die Erfolge lagen an nicht vorhandenen Getreidereserven (3 Dürrejahre gingen voraus), an Mitteln der Geberländer zum Aufbau von Markt- und Sicherheitsreserven, und an den konstanten und starken Regenfällen. Die malische Regierung hatte 1986/87 mit einem schlechten Erntejahr gerechnet, und hatten 94000 t Getreideimporte geordert. Zusätzlich trafen nun mit einiger Verspätung 300000 t Nahrungshilfe (gedacht für die Dürrejahre) ein. In Folge dessen, brach der Markt zusammen. Der vorgeschriebene Preis wurde nicht bezahlt (er sank von 55 CFA auf 50 CFA/kg).


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