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Alkoholische Getränke

Alkoholische Getränke können auf vier verschiedene Arten hergestellt werden :

  • Durch Gärung ( z.B. Bier, Wein etc. )
  • Durch Destillation schon gegärter Flüssigkeiten ( z.B. Branntwein, Whiskey etc. )
  • Durch Gärung und Zusatz von Alkohol ( z.B. Portwein, Sherry etc. )
  • Durch Zusatz von Alkohol ( z.B. Fruchtsaftlikör etc. )

Quelle 1

Was ist Alkohol ?

Alkohol entsteht durch Gärung. Unter dem Einfluss von Hefepilzen verwandeln sich zuckerhaltige Flüssigkeiten in berauschende Getränke.

Da die Gärung ein Naturvorgang ist, wurde es nicht von den Menschen erfunden. Von den Ägyptern wird berichtet, dass sie bereits in prähistorischer Zeit Bier gebraut haben. Auch in der Bibel wird schon von Weinrauschen berichtet. In der Chemie wird unter Gärung die Tatsache verstanden, dass Hefepilze den Zucker in Alkohol und CO² spalten.

Ein Gramm Alkohol enthält 7,07 Kalorien ( kcal. ) = 29,6 Joule. Beim natürlichen Gärungsprozeß entsteht eine Alkoholkonzentration von nur ca. 18 %. Durch Destillation läßt sich ein höherer Alkoholgehalt erzeugen.

z.B.

Bier: 03-07 % vol

Wein: 08-12 % vol

Sekt: 12-13 % vol

Weinbrand: 40-50 % vol

Curacao: 30-42 % vol

Rum: 60-90 % vol

Cognac: 40-60 % vol

Whiskey: 30-60 % vol

Sherry: 15-20 % vol

Portwein: 20-22 % vol

Korn: 30-35 % vol

Quelle 1 und 2

Feststellung des Alkohols

Alkohol Atemprobe

Dies ist ein Schnelltest zur Feststellung des Alkoholgehaltes im Atem eines Kraftfahrers. Der Geprüfte muß durch ein Prüfröhrchen in einen Meßbeutel blasen. Ist der Fahrer alkoholisiert, so färbt sich die gelbe Reaktionsschicht im Prüfröhrchen grün. Ist die Verfärbung bis zur ersten Markierung ( etwa 0,7 Promille ), so ist dieser Zustand in der Regel unbedenklich. Darüber hinaus ist noch eine Blutprobe zu machen, da nur eine Blutprobe rechtmäßig ist.

Alkohol Blutprobe

Die Alkohol Blutprobe ist die Prüfung des Blutalkoholspiegels ( prozentualer Alkoholgehalt des Blutes ). Sie wird erst dann vorgenommen, wenn die Atemprobe mehr als 0,8 Promille ergeben hat. Da ab 0,8 Promille eine Fahruntüchtigkeit besteht. Für die Berechnung gibt es eine einfache Pauschalformel, so dass sich jeder seinen eigenen Promillewert errechnen kann.

Körpergewicht in kg * 0,7

Das Körpergewicht trägt dabei eine wichtige Rolle. So können zwei Männer mit unterschiedlichen Gewichten zwar das gleiche trinken, hätten aber völlig andere Promillezahlen.

Quelle 1

Gefahren des Alkohols

Der Genuß von alkoholischen Mitteln kann auf Dauer zu einer Abhängigkeit führen da Alkohol ein Rauschmittel ist.

Besteht eine Trinksucht, so spricht man von Alkoholismus. Dieser führt in den meisten Fällen zu körperlichen und seelischem Verfall mit ernsthaften Organschäden an Herz, Leber, Nieren und Magen. Die Reizbarkeit wird in solchen Fällen immer höher. Außerdem erkennt man ein geistiges, moralisches und soziales Absinken. Ist der Alkoholismus chronisch, so ist es unbedingt erforderlich, sich in ärztliche Behandlung zu begeben, das heißt eine Entziehungskur machen.

Quelle 1

Pro Kopf Verbrauch von Alkohol in Deutschland

Wie wirkt der Alkohol ?

Alkohol wird mit dem Getränk aufgenommen und gelangt so über die Schleimhäute von Magen und Dünndarm rasch in den Blutkreislauf. Von dort verteilt er sich über den ganzen Körper.

Ein kleiner Teil ( 05-10 % ) des Alkohol wird direkt durch die Lungen, durch die Nieren oder durch die Haut ausgeschieden. Die übrige Menge muß in der Leber abgebaut ( oxydiert ) werden.

Für die Leber bedeutet dies Schwerstarbeit. Der Abbau beträgt pro Stunde beim Mann 0,1 Gramm pro Körpergewicht, bei der Frau 0,085 Gramm pro Körpergewicht. Frauen bauen den Alkohol also langsamer ab. Alkohol ist ein Nervengift und entfaltet sich am Zentralnervensystem. Es betäubt das Großhirn und seine Funktion. Alkohol ist aber kein Stoff von dem direkt eine anregende Wirkung auf das Nervensystem ausgeht. Ganz im Gegenteil, Alkohol betäubt die Nervenfunktion. Wenn trotzdem eine anregende, anheiternde Wirkung verspürt wird, so deshalb, weil die hemmenden und kontrollierten Funktion gelähmt werden. Die angeheiterte Stimmung entsteht also indirekt als Folge einer Betäubung ( Vergiftung ) der hemmenden Gehirnabschnitte. So kommt es, dass unter Alkoholeinfluss Hemmungen, Rücksichten und Bedenken wegfallen, und es entsteht ein Gefühl der Erleichterung.

Quelle 3

Wie entsteht der Rausch ?

Die Wirkung des Alkohols hängt natürlich von der Menge des getrunkenen Alkohols ab. Dabei reagiert nicht jeder gleich, auch äußerliche Umgebung, die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden können die Wirkung beeinflussen. Bei hohem Alkoholkonsum kommt es in der Regel zu drei Stadien, diese entsprechen einer immer weitergehenden Lähmung der Gehirnfunktion.

1. Leichter Rausch
  • Enthemmung
  • Angeheitert sein
  • Rede- und Tätigkeitsdrang
  • Störung im Bereich Wahrnehmung und Bewegung
  • Gefühl einer erhöhten Leistungsfähigkeit ( Unfallgefahr )

 

2. Mittelschwerer Rausch
  • Gefühlhaftes Leben > Euphorie, Überschwenglichkeit, Ausgelassenheit, Depressivität, Weltschmerz, aggressive Gereiztheit
  • Weitgehende Enthemmung, so dass die sonst verdrängten Bedürfnisse ( triebhaft ) befriedigt werden.
  • Störung der Leistungsfähigkeit wird sichtbar ( Wahrnehmung, Bewegung, Gedächtnis )
  • Zusammenspiel der Muskulatur wird beeinträchtigt ( verwaschene oder lallende Sprache, schwankender Gang )
  • Eigene Beurteilung der Leistungsfähigkeit ist sehr stark herabgesetzt bzw. aufgehoben

3. Schwerer Rausch
  • Euphorie geht verloren
  • Muskulatur erschlafft
  • Kaum noch möglich, verständlich zu sprechen
  • Kaum noch in der Lag , sich auf den Beinen zu halten
  • Orientierung geht verloren ( Zeitgefühl, Ortskenntnis, Erkennung der Situation )
  • Auftreten von Angst und Erregung

Bei weiterer Alkoholzufuhr
  • Schlaf und Bewußtlosigkeit
  • Kein Erinnerungsvermögen an das, was man gemacht hat ( sogenannte Amnesie oder Gedächtnislücke ).
In diesen Fällen ist der Schlaf lebensrettend da ihn der Schlaf am weiter trinken hindert und so der Alkoholbestand nicht mehr steigt.

Zwei Wege führen zur Abhängigkeit

Es ist schwierig, klar zwischen Mißbrauch und Abhängigkeit zu unterscheiden, da man den Punkt, wann der Mißbrauch zur Abhängigkeit führt , nicht genau bestimmen kann, es ist meistens ein allmählicher Übergang.

Der erste Weg führt über Probleme ( aller Arten ). Alkohol wird schon früh als tröster gegen Ängstlichkeit, Selbstunsicherheit, Stimmungsschwankungen und Kontaktschwierigkeiten genutzt. Es wird die Erleichterungswirkung im Alkohol gesucht. Aber es handelt sich hierbei nicht um Schwierigkeiten, die zwangsläufig zur Abhängigkeit führen müssen. Wäre dies so, so müßten ¾ der Bevölkerung alkoholabhängig sein. Der Betroffene sieht keinen besseren Ausweg und flüchtet sich in den Alkohol, anstatt seinen Problemen entgegenzugehen oder Belastung und Ängste auszuhalten. Er versucht durch den Alkohol seine Probleme zu betäuben.

Beispiele :
  • Ein junger Mann ist sehr schüchtern. Um ein Mädchen ansprechen zu können, muß er erst mal ein paar Gläser Bier trinken, bis er seine Hemmungen reduziert hat.
  • Eine Frau, die sich schlecht behaupten kann, trinkt Alkohol, weil sie nur im alkoholischen Zustand aus sich herausgehen und auftrumpfen kann.
  • Ein Mann, der nicht abschalten kann, merkt, dass er nachts viel besser schlafen kann, wenn er abends ein paar Gläser Wein trinkt. So kann er wenigstens nachts seinen Streß vergessen.
  • Ein Stotterer macht die Erfahrung, dass er unter Alkoholeinfluss seine Sprachhemmungen verliert und so in der Stammtischrunde richtig mitreden kann.

Der zweite Weg führt über die Gewohnheit. Bei dieser Form der Abhängigkeit haben die Personen offensichtlich keine großen Probleme. Meistens sind bei Trinkbeginn keine Schwierigkeiten mit dem Alkohol zu erkennen. Doch durch das Gewohnheitstrinken z.B. am Arbeitsplatz oder in der Freizeitgruppe kann dies zum Alkoholismus führen

Beispiele:
  • Ein junger Mann, der von seiner Mutter immer verwöhnt wurde und schon in der Schule mehr Geld hatte, als seine Mitschüler, kaufte sich Cognac, Whiskey, Wodka, .... In seiner Clique war er deshalb der King, so war seine ganze Beschäftigung nur der Alkohol.
  • Ein Mann arbeitet als Möbelpacker. Er hat schon immer gern einen getrunken und seit er diese Tätigkeit hat, nimmt der Konsum überhand. Überall wird ihm Alkohol angeboten und er kommt sich dumm vor, dieses Angebot auszuschlagen.

Quelle 5

Verschiedene Formen der Alkoholkrankheit: Jellineks Typologie

Die Bezeichnung "Alkoholkrank" ist sozusagen ein Oberbegriff, da es verschiedene Formen dieser Krankheit gibt. E.M. Jellinek hat eine Typologie des Alkoholismus ausgearbeitet, die sich weltweit durchgesetzt hat. Da nicht alle Alkoholkranken das gleiche Trinkverhalten haben, ist es sehr wichtig, diese zu unterscheiden.

Jellinek hat dafür die ersten 5 Anfangsbuchstaben des griechischen Alphabets genommen.

  • Alpha – Alkoholismus
  • Beta – Alkoholismus
  • Gamma – Alkoholismus
  • Delta – Alkoholismus
  • Epsilon – Alkoholismus
Alpha – Alkoholismus

In diesem Stadium besteht eine große psychische Anfälligkeit. Es wird Alkohol getrunken, um Konflikte und Schwierigkeiten zu überwinden. Es ist das Problem- und Erleichterungstrinken. Es besteht eine psychische Abhängigkeit, das heißt es treten noch keine Entzugserscheinungen auf. Der Betroffene ist noch in der Lage, sein Trinkverhalten zu steuern. Wird die Lage immer bedrohlicher, so könnte sich der Gamma – Alkoholismus ergeben.

Beta – Alkoholismus

In dieser Form erkennt man das allgemeine Gewohnheitstrinken. In der Umgebung des Betroffenen wird viel Alkohol getrunken und so kommt es vom Gelegentheits- zum Gewohnheitstrinken. Zunächst besteht noch keine physische Abhängigkeit ( keine Entzugserscheinungen ) und nur eine geringe psychische Abhängigkeit ( Verlangen nach Alkohol ). Hierbei wird eher von einer sozialen Abhängigkeit gesprochen, da der Betroffene die Trinksitten in seiner Umgebung nicht kritisieren möchte und so aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden könnte. Aus Beta kann sich schnell Delta entwickeln.

Gamma – Alkoholismus

Dieses ist eine Fortentwicklung des Erleichterungs- und Problemtrinkens. Hierbei besteht eine psychische und physische Abhängigkeit, wobei die psychische weiter ausgebildet ist. Die menge, die vertragen wird, nimmt zu, die sogenannte Toleranzsteigerung. Der betroffene trinkt eine gewisse Menge Alkohol und betrinkt sich dann bis zum Vollrausch. Es kommt zum Kontrollverlust. Dieses Verhalten ist im Verlauf sehr unregelmäßig, da psychische Belastung einen Einfluß auf das Trinken haben.

Delta – Alkoholismus

Dies ist eine Weiterentwicklung des Gewohnheitstrinkens ( Beta ). Der Betroffene gewöhnt sich daran, immer große Mengen Alkohol zu trinken. Es besteht aber kein Kontrollverlust, da es immer gelingt, die Mengen zu kontrollieren., so dass Vollräusche selten sind. Typisch für diese Phase ist , dass der Delta – Alkoholiker immer eine bestimmte Menge zum äLeben“ braucht, da sonst körperliche Entzugserscheinugen auftreten. Diese wären z.B. Brechreiz, Zittern usw. Typische Merkmale einer physischen Abhängigkeit. Man ist dem Alkohol völlig ausgeliefert, da man nicht mehr aufhören kann. Der Betroffene muß immer einen gewissen Alkoholspiegel haben, um über die Runden zu kommen. Es dauert oft jahrelang, bis diese Menschen durch ihren Alkoholkonsum auffallen. Ihr dauernder Alkoholkonsum ist anfangs nichts Alarmierendes. Erst nach einer gewissen Zeit kommt es dann für die Mitmenschen überraschend zu einem starken psychischen und körperlichen Abbau.

Bei Gamma- und Delta – Alkoholismus kann man eine Verschlimmerung erkennen, wie körperliche Schädigung, Abbau der Persönlichkeit bis hin zur Verwahrlosung. Nach anfänglicher Toleranzsteigerung kommt es plötzlich im Zusammenhang mit körperlichen Schädigung zum Toleranzbruch, das heißt der Betreffende verträgt nur noch relativ kleine Mengen Alkohol. Er erreicht seine Euphorie gar nicht mehr, da er sich bereits vorher schon körperlich kaputt fühlt und nicht mehr weiter trinken kann.

Epsilon – Alkoholismus

Diese Stufe wird auch häufig Quartalstrinken oder periodisches Trinken genannt. Typisch für diese Form ist es, dass der Betroffene über einen bestimmten Zeitraum ( z.B. 3-4 Wochen ) überhaupt keinen Alkohol trinkt. Doch dann fängt er aus irgendeinen Grund wieder an. Dabei verliert er häufig die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum und trinkt oft mehrere Tage lang, bis zum Vollrausch. Meistens schaffen sie den äAbsprung“ wieder, bis zur nächsten Periode. Das Merkwürdige ist die fast zwanghafte Wiederholung dieser Trinkperioden. Häufig wird solange getrunken, bis kein Geld mehr da ist oder bis man im Krankenhaus landet. Diese Form des Alkoholismus ist in keiner Weise harmlos, denn in den kurzen Rauschphasen wird mehr geschädigt, als in den nüchternen Abschnitten wieder aufgebaut werden kann. Die Behandlung dieses Alkoholismustypes ist besonders schwer, da den Betroffenen meistens nicht klar ist, dass sie krank sind. Sie denken, dass sie schließlich immer ein paar Wochen ohne Alkohol auskommen und so nicht abhängig sind.

Zusammenfassung

Die Vorstufen des Alkoholismus sind Alpha- und Beta - Alkoholismus. Gamma- , Delta- und Epsilon - Alkoholismus sind die ausgeprägten Formen. Es ist aber nicht immer leicht, eine genaue Zuordnung zu dieser Typologie zu treffen. Die Praxis hat gezeigt, dass alle Mischformen und Übergänge möglich sind, z.B. von Alpha zu Epsilon usw. Die Typologie kann wichtige Anhaltspunkte geben, muß aber sehr flexibel sein. Man muß immer die einzelnen Personen sehen und auf ihre Probleme und Eigenschaften eingehen. Im Grunde ist die Typologie nur ein vages Hilfsmittel.

Quelle 6

Trinken und trinken sind "dreierlei"

Nicht jeder, der Alkohol trinkt, betreibt Mißbrauch oder ist abhängig, allerdings gibt es große Unterschiede im Trinkverhalten.

Möglichkeiten :

Ø Keinen Alkohol trinken

Ø Alkohol trinken

 

= Abstinenz

= Gebrauch
= Mißbrauch
= Abhängigkeit

Wenn jemand alkoholische Getränke grundsätzlich ablehnt, wird dies als Abstinenz bezeichnet. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein, z.B. geschmackliche Abneigung, prinzipielle Abneigung gegen Alkohol, Ablehnung der Rauschwirkung, gesundheitliches Bedenken, ärztliches Verbot usw. Bei der Abstinenz sind vor allen die ehemals Alkoholiker zu nennen, die ihre Abhängigkeit erkannt haben und überhaupt, keinen Alkohol mehr trinken. Allerdings haben diese Menschen oft das Gefühl, in der Zwickmühle zu sitzen. Trinken sie wieder, so werden sie rückfällig und von der Gesellschaft abgelehnt, trinken sie nicht, fühlen sie sich ausgestoßen. Deshalb sollte die Umwelt mehr Verständnis für Abstinenzler zeigen und ihre Leistung anerkennen, nicht zu trinken. Wird Alkohol getrunken, so liegt entweder Gebrauch, Mißbrauch oder Abhängigkeit vor. Der Gebrauch von Alkohol kann als Durst- oder Genußmittel auftreten. Wir reden aber nur solange von Gebrauch, bis die getrunkenen Menge Alkohol für den betroffenen und seine Umwelt nicht gefährlich wird. Diese grenze ist nur schwer anzugeben, da die Situation und die Konstitution eine wichtige Rolle spielen. Zwei Schnäpse können z.B. für einen Erwachsenen harmlos sein, aber nicht für ein Kind oder einen kranken Menschen.

Auch für gesunde Erwachsende ist Alkohol gefährlich, wenn man anschließend z.B. noch Auto fahren oder eine Maschine bedienen oder andere verantwortungsvolle Tätigkeiten ausüben muß.

Es liegt ein Mißbrauch vor, wenn es zur Gefährdung des Betroffenen und seiner Mitmenschen kommt. Schließlich ist es erwiesen, dass auch schon bei kleinen Mengen Alkohol die Leistungs- und Kritikfähigkeit stark abnimmt. Deshalb ist jeder Alkoholgenuß im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz eindeutig ein Mißbrauch. Diesen kann man immer dann annehmen, wenn sich jemand in ein Rauschzustand versetzt. Gerade beim Alkoholmißbrauch gefährdet nicht nur der Betroffene sich selber, sondern auch sehr stark seine Mitmenschen . Eine Abhängigkeit geht meistens ein oft jahrelanger Mißbrauch voraus.

Der Betroffene kann nicht mehr aufhören zu trinken. Er muß immer wieder trinken, obwohl er weiß, das ihm der Alkohol mehr schadet, als das er ihm hilft. Mit Abhängigkeit meinen wir, das der Betroffenen in einer krankhaften Beziehung zum Alkohol steht. Er braucht den Alkohol, weil er zum übermächtigen Faktor geworden ist. So wird der äStoff“ lebenswichtig bzw. Lebens zerstörend. Er gerät immer mehr in die Sucht.

Quelle 7

Die Entziehungskur

Entscheidet sich ein Abhängiger zu einer Entziehungskur, so muß er das freiwillig tun. Der Betroffene selber muß von seiner Krankheit überzeugt sein und das ihm nur eine stationäre Behandlung weiter hilft. Es gibt sechs Schwerpunkte bei einer stationären Behandlung.

1. Entgiftung

Entzieht man einen Abhängigen den Alkohol, treten Entziehungserscheinungen auf, die unterschiedlich stark sein können. Diese werden dann vom Arzt mit Medikamenten behandelt, damit sie leichter zu überwinden sind. Nach etwa einer Woche sind die Patienten beschwerdefrei.

2. Behandlung der körperlichen Sekunderschäden

Die meisten betroffenen haben sich durch den Alkohol dermaßen geschädigt, dass man sie als Schwerkrank bezeichnen kann. Deshalb sind sorgfältige Untersuchungen und Behandlungen erforderlich. Zur allgemeinen Kräftigung werden Sport ( z.B. Gymnastik und Ballspiele ), Hydrotherapie ( z.B. schwimmen und Sauna ), Beschäftigungs- und Arbeitstherapie verordnet.

3. Bewußtmachen der Abhängigkeit

Der Patient muß akzeptieren, dass er Alkoholkrank ist und wie er zum Alkohol kam und wie sein Trinkverhalten in verschiedenen Situationen ausgewirkt hat. Er muß herausfinden, welche Funktion der Alkohol in seinen Leben hatte. Die Anerkennung der Alkoholkrankheit ist das Fundament für eine weitere Behandlung.

4. Realistische und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Problematik

Der Patient muß lernen die Schwierigkeiten, die er hat, ohne Alkohol zu lösen

5. Einbeziehung der Familie oder anderen Bezugspersonen in die Therapie

Es werden Ehepartner oder Bezugspersonen zu Seminaren eingeladen, bei denen sie lernen die neue Situation zu bewältigen.

6. Berufliche und soziale Rehabilitation

Dabei wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und den Beratungsstellen der betroffenen in den Alltag rehabilitiert.

Phasen der Alkoholkrankheit

Man kann bei Entwicklung des Alkoholismus 4 Phasen unterscheiden:

  • voralkoholische Phase
  • Einleitungsphase ( Anfangsphase )
  • Kritische Phase
  • Chronische Phase


Voralkoholische Phase

Diese Phase beschreibt das übliche Alkohol trinken in diesem Land ( beim Essen, beim Kartenspielen, Fernseher usw. ). Die meisten Leute bleiben in dieser Phase, doch einige setzen den Weg zur Alkoholsucht fort.

§ Gelegentliches Erleichterungstrinken

§ Häufiges Erleichterungstrinken

 

Einleitungsphase

In dieser Phase rutscht der Alkohol gefährdete in die Abhängigkeit. Er sucht Gelegenheiten, ein paar Gläser oder Schnäpse ohne Wissen des Partners zu trinken. Gewissensbisse verunsichern den Betroffenen und er steigert seinen Konsum weiter.

Typische Merkmale dieser Phase:

§ Heimliches Trinken

§ Dauernd an Alkohol denken

§ Erinnerungslücken

§ Sammeln von Alkoholvorräten

§ Die ersten Gläser gierig trinken

§ Anspielung auf Alkohol vermeiden

§ Schuldgefühle

Kritische Phase

Der betroffene kämpft gegen seine Alkoholkrankheit, doch er schafft es nicht. Er versucht sein Trinken vor anderen zu rechtfertigen, was oft zu Streitereien führt. Er isoliert sich zunehmend und er zieht sich auch vor Freunden zurück. Er trinkt schon am Morgen oder Vormittag, wenn er keinen Alkohol trinkt, treten Entzugserscheinugen auf.

Merkmale dieser Phase:

§ Kontrollverluste über Trinkverhalten

§ Übergroße Selbstsicherheit

§ Selbstvorwürfe und häufige Stimmungsschwankungen

§ Intressenverlust

§ Morgendliches trinken

§ Zeitweilige Enthaltsamkeit

§ Einbußen zwischenmenschlicher Beziehungen, Konflikte am Arbeitsplatz und häufiger Arbeitsplatzwechsel

§ Erste alkoholbedingte körperliche Symptome wie Händezittern, Schweißausbrüche, sexuelle Störungen

Chronische Phase

In der chronischen Phase haben Betroffene Rauschzustände, die oft tagelang andauern. In dieser Phase zeigen sich deutliche Veränderungen der Persönlichkeiten und deutliche Gedächtnisstörungen. Es kommt zum Toleranzbruch, was bedeutet, dass die Alkoholverträglichkeit ( fast ) völlig zusammenbricht. Der Betroffene braucht jetzt nur noch geringe Menge Alkohol, um betrunken zu werden, wofür er früher große Mengen brauchte. In diesem Stadium ist der Alkoholkranke meist nicht mehr arbeitsfähig.

Merkmale dieser Phase sind:

§ Jede alkoholische Flüssigkeit wird getrunken

§ Tagelange Räusche

§ Geistesstörung

§ Alkoholpsychosen

§ Angstzustände

§ Selbstmordabsichten

§ Zusammenbruch wird zugegeben

Quelle 9

Folgen des Alkoholmißbrauchs

Die Folgen des Alkoholmißbrauchs kann man in drei verschiedene Formen einteilen:

  • Körperliche Folgen
  • Psychische Folgen
  • Soziale Folgen


Körperliche Folgen

Alkohol hat gleich 4 verschiedene Eigenschaften: Es ist ein Nahrungsmittel, ein Genußmittel, ein Rauschmittel und ein Gift. Wenn Alkohol in großen Mengen rasch getrunken wird, ist er sogar sehr giftig. Wenn Alkohol regelmäßig über längere Zeit getrunken wird, sind schon geringe Mengen äußerst schädlich für den Körper, besonders wenn man sich dann auch noch falsch ernährt ( unzureichende und vitaminarme Nahrung ), denn durch Alkohol werden die Vitamine schlechter verwertet. Durch einen Vollrausch werden Gehirnzellen getötet. Ein menschliches Gehirn hat bis zum 18. Lebensjahr etwa 15 Millionen Gehirnzellen, nach dem 18. Lebensjahr sterben durch Krankheiten und altersbedingten Verfall ca. 100.000 – 150.000 Gehirnzellen ab.

Die wichtigsten Körperschäden sind:

  • Schädigung der Leber ( Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose )
  • Schädigung der Magenschleimhaut ( Gastritis )
  • Schädigung der Bauchspeicheldrüse
  • Schädigung des Herzens
  • Hirnschäden
  • Nervenentzündung
  • Sonstige Krankheiten ( erhöhte Infektionsanfälligkeit, bestimmte Krebserkrankungen, Schädigung der männlichen Geschlechtsorgane )
  • Schädigung des Embryos

Quelle 10

Psychische Folgen

Wer regelmäßig Alkohol trinkt, engt seine Interessen immer auf den Alkohol ein, Aufgaben und Verpflichtungen ( gegenüber der Familie und dem Beruf ) verlieren an Bedeutung. Angst und traurige Stimmung mit Schuldgefühlen und Selbstmordgedanken herrschen vor. Im Rauschzustand kommt es oft zu aggressiven Handlungen. Hirnschädigungen, die durch den Alkoholmißbrauch entstanden sind zeigen sich psychische vor allem:

  • In Störung des Gedächtnisses
  • In einer allgemeinen Verlangsamung
  • Im Nachlassen der Urteils- und Kritikfähigkeit und in einer Veränderung des Gefühlslebens mit Enthemmung, Rührseligkeit, zunehmender Gleichgültigkeit.

Quelle 11

Soziale Folgen

Durch Alkohol ist besonders die Familie betroffen. Partner und Kinder sind meist als erste von den Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums betroffen. Jedoch nehmen sie den Betroffenen vor anderen in Schutz. Mit Fortschreiten der Krankheit ist ein Zerfall der Beziehung oft nicht zu verhindern. Der Vereinsammungsprozeß beginnt, der bis zur völligen Vereinsamung führen kann und zu einer hohen Selbstmord Gefährdung führt.

Durch den Alkoholkonsum sinkt häufig die berufliche Leistung, besonders bei Berufen in denen es auf Konzentration, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, große Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit ankommt. Mit Alkohol steigt die Unfallgefahr am Arbeitsplatz.

Auch das Fehlen am Arbeitsplatz ist bei Alkoholabhängigen wesentlich häufiger, als bei Leuten mit üblichem Alkoholkonsum. Durch das häufige Fehlen verliert er den Kontakt zu seinen Kollegen, er kann seine Aufgaben nicht mehr gründlich erledigen, er verdient weniger. Der berufliche und finanzielle Abstieg ist nicht mehr zu verhindern. Er kann wegen seines Alkoholismus entlassen werden.

Alkohol beeinflußt die Fahrtüchtigkeit ( Seh- und Reaktionsvermögen ). Der Leichtsinn steigert sich. Alkoholkranke haben dreimal so viele Verkehrsunfälle wie nicht Alkoholkranke.

Die sozialen Kontakte zu Freunden, Verwandte und Bekannte ziehen sich immer mehr vom Betroffenen zurück. Sie lassen ihn mit seinen Problemen alleine, weil der Kontakt häufig zu peinlich ist.

Die Kriminalität bei Alkoholkranken liegt durchschnittlich bei 20 %. Alkohol kann zur Erregungs- und Enthemmungszuständen führen. Alle diese Folgen führen dazu, das der Betroffene Schritt für Schritt einen sozialen Abstieg entgegengeht.

Alkohol und Schwangerschaft

Wie viele andere Drogen schädigt Alkohol das ungeborene Kind. Dabei kommt es nicht auf die getrunkene Menge an, den schon kleine Mengen können Schäden anrichten, weil sich das Gehirn und der ganze Organismus des Kindes noch in der Entwicklung befindet, nicht ausgereift und damit auch anfälliger sind. Deshalb sollten Schwangere generell auf Alkohol verzichten. Alkohol gehört heute zu den häufigsten Ursachen für Schädigungen des Ungeborenen. Besonders kritisch sind dabei die ersten drei Schwangerschaftsmonate.

Alkoholabhängige Frauen erleiden bei etwa 50 % ihrer Schwangerschaften eine Fehlgeburt die Neugeboren ist bei ihnen fast 10 mal höher, als bei nicht Alkoholabhängigen.

Folgen bei Alkoholkonsum in der Schwangerschaft:
  • Es kann zu Frühgeburten kommen
  • Dem Ungeborenen drohen: Untergewicht, Wachstumsstörungen, Entwicklungsverzögerung, Mißbildung, Genitalfehlbildung, Herzfehlern und Augenfehlbildung.

Quelle 12


Quellenverzeichnis

1. Der neue Knaur – Lexikon in 10 Bänden 1 Band S.145 – S.146

2/3/4/5/6/7/8. Alkohol Abhängigkeit u. ihre Überwindung von S. 027 – S.123

9. Alkohol aktiv und gesund ( Barmer ) S. 015

10/11. Wenn Alkohol zum Problem wird S.016 – S.019

12. Thema Alkohol Alles im Griff ? ( AOK ) S.013